Der Zweck der Leitweg-ID
Stell dir die Leitweg-ID wie eine IBAN oder eine hochpräzise Postleitzahl vor. Wenn du eine Rechnung an das "Bundesministerium des Innern" schreibst, gibt es dort hunderte Abteilungen und tausende Mitarbeiter.
Eine E-Mail an rechnung@bmi.bund.de würde manuell sortiert werden müssen – genau das, was die E-Rechnung verhindern soll. Die Leitweg-ID sorgt dafür, dass deine Rechnung über das OZG-RE Portal oder Peppol-Netzwerk vollautomatisch in das korrekte Buchhaltungssystem der zuständigen Sachbearbeiter-Abteilung geroutet wird.
Aufbau einer Leitweg-ID
Eine Leitweg-ID folgt einem fest definierten, hierarchischen Muster und kann aus bis zu 46 Zeichen bestehen. Sie gliedert sich in:
- 04 (Bundesland): Kennzeichnet das Bundesland (04 = Bremen).
- 011000 (Regierungsbezirk): Grobe Zuordnung.
- 1234512345 (Feinadressierung): Die exakte Abteilung oder Behörde.
- 99 (Prüfziffer): Eine mathematische Checksumme am Ende (analog zur IBAN), um Tippfehler bei der Eingabe sofort zu erkennen.
Wo gehört die Leitweg-ID ins ZUGFeRD-XML?
Wenn du Rechnungen mit einem ERP-System schreibst, gibt es dafür meist ein eigenes Eingabefeld. Auf XML-Ebene (gemäß der EN 16931 Norm für ZUGFeRD und XRechnung) muss die ID exakt im Feld BuyerReference übergeben werden.
<ram:BuyerTradeParty>
...
</ram:BuyerTradeParty>
<ram:BuyerReference>04011000-1234512345-99</ram:BuyerReference>Wichtig: Wenn du eine Rechnung an den Bund schreibst (B2G) und die Leitweg-ID im XML fehlt oder die Prüfziffer falsch ist, wird der Validator des Empfänger-Portals die Rechnung sofort und unbesehen abweisen (Kassation). Du musst dann eine neue Rechnung mit korrekter ID ausstellen.
Wie bekomme ich die Leitweg-ID meines Kunden?
Leitweg-IDs sind nicht in einem öffentlichen, globalen Telefonbuch abrufbar, da sie extrem abteilungsspezifisch sind. Du erhältst die korrekte Leitweg-ID direkt von deinem Auftraggeber (der Behörde) – meistens steht sie direkt auf dem Auftragsschreiben, dem Bestellschein (PO) oder im Vertrag.